Alles neu macht Fukushima?

Achtung SatireZu den Folgen von Fukushima gehören auch einige typische deutsche Dilemmata …

Dilemma #1 hat die deutsche Bundesregierung, allen voran die Bundeskanzlerin, die aus dem Stand eine 180° Kehrtwende in der Atompolitik gemacht haben. Mit der Begründung, „Fukushima“ habe alles geändert! Das bedeutet in logischer Konsequenz dann wohl, dass deutsche Atomkraftwerke nach Fukushima unsicherer sind als sie es einen Tag vorher waren? Oder dass die Einschätzung und Strategie der deutschen Regierung vor Fukushima einfach grob falsch war? Wenn die deutsche Regierung nun bei einem so wichtigen Thema – trotz ausnahmsweise sogar vorhandenen fachlichen Sachverstandes (s.u.) – so grob falsch lag, dann muss ich als Bürger doch davon ausgehen, dass eigentlich alle anderen Entscheidungen und Strategien auch alle potenziell grob falsch sein können. Glaubwürdigkeit sieht anders aus.

Dilemma #2 betrifft die deutsche Bundeskanzlerin, ihres Zeichens Physikerin, seit langem endliche einmal eine verantwortliche Politikerin mit naturwissenschaftlichem Hintergrund, ausreichender Fachkenntnis und Tendenz zu sonst eher nüchternen Analysen und Entscheidungen. Dachte man. Und gerade die schafft es nicht, den Schwenk in der Atompolitik und die benannte „geänderte  Risikobewertung“ mit klaren, transparenten und wissenschaftlichen Fakten zu begründen. Es kommen ausschliesslich weiche, gefühlsmäßige Argumente und viel Drumherumgerede. Keine wirklich überzeugenden und vor allem nachvollziehbaren Gründe. Zuverlässigkeit und vernunftbasierte Staatslenkung demonstriert gerade sie damit nicht.

Dilemma #3 haben jetzt die realpolitischen Atomenergiegegner. Stimmen sie dem Ausstiegsbeschluss der deutschen Regierung zu, verscherzen sie es sich mit den fanatisch-ideologischen Anti-AKW-Vertretern (denen dieser Beschluss nicht schnell genug und nicht fundamental genug ist). Stimmen sie gegen den Ausstiegsbeschluss, haben sie ein gravierendes Glaubwürdigkeitsproblem bei der „normalen“ Bevölkerung, weil sie sich dann selber widersprechen, oder wiedermal offensichtlich grundsätzlich gegen die Anderen, oder der Eindruck entsteht, dass sie den Hals nicht voll genug kriegen.

Dilemma #4 existiert mittlerweile für diejenigen, die den schnellen Ausstieg aus der Atomenergie nicht befürworten. Es ist einfach gar niemand mehr übrig, den man wählen könnte.

Zugegeben, diese Dilemmata sind im Vergleich zu den anderen Spätfolgen des Fukushima-Unfalls eher echte „peanuts“. Aber spannend ist es schon, zuzuschauen, wie sich alle  Betroffenen winden und herumeiern …

Advertisements

Schlagwörter: , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: