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Fundstücke, Gesellschaft, Nebenwirkungen

Fundstück: „Was gestern Naturzerstörung war, bejubelt man heute als Klimaschutz“

Ja, ich gebe es ja offen zu, ich bin ein echter Fan. Maxeiner & Miersch sind einfach so herzerfrischend politisch unkorrekt, kritisch, hinterfragend, inhaltlich kompetent, bissig.

Aktuell sehr spannend zu lesen: „Raubbau mit Ökosiegel„. Zitat …

„Inzwischen stehen die Grünen und mit ihnen auch große Umweltverbände an der Spitze der Kräfte, die mit reinstem Gewissen die verbliebene Natur plattmachen. Sie begreifen sich ganz offen als Lobby einer Industrie, die dabei ist, das Erbe der alten Energiekonzerne anzutreten. Diese Industrie frisst Fläche in einem Ausmaß wie kaum eine andere vor ihr. Die deutsche Energiewende hat dazu geführt, dass auf 2,3 Millionen Hektar Mais angebaut wird. Ein Großteil davon, um Biogasanlagen zu füttern oder Biosprit herzustellen. Dazu kommen Raps und andere Energiepflanzen. Um den Strom eines Atomkraftwerks von Typ Biblis A zu liefern, müssen 6800 Windkraftanlagen errichtet werden. Dafür lockern Politiker die Naturschutzbestimmungen. Wälder weichen Windparks. Nach Schätzungen von Biologen werden von deutschen Windenergieanlagen etwa 220.000 Vögel im Jahr zerhackt. Dazu kommen Tausende Fledermäuse, die noch vor Kurzem als besonders schutzbedürftig galten. Der schlimmste Raubbau findet in Südostasien statt, wo Palmölkonzerne riesige Urwaldgebiete roden, um die europäische Biodiesel-Nachfrage zu befriedigen.“

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Fundstück: „Was gestern Naturzerstörung war, bejubelt man heute als Klimaschutz“

  1. Eigentlich müsste doch gerade der BUND aufschreien, hat er nichts einst das „Waldsterben“ beklagt? Und plötzlich ist es kein Problem, tausende von Hektar Wald für Windräder abzuholzen, wie im grün-ökologisch regierten Baden-Württemberg? In BW sind Dutzende von Waldstandorten in Untersuchung.

    Grobe(!) Überschlagsrechnung – nur um die Größenordnung zu benennen: um EIN reguläres Kraftwerk von 2000MW zu „ersetzen“ braucht’s 1000 Windräder. Flächenbedarf: 500x800m x 1000 = 400 qkm !!!

    Verfasst von climateobservator | 11. Mai 2012, 03:26
  2. Ich erinnere mich noch gut an den hessischen Landtagswahlkampf anno 2007/2008.

    Damals legte eine der sich bewerbenden Parteien ein Konzept vor, wie sie im Falle eines Regierungswechsels eine Art hessische Energiewende realisieren wollte. Autor war der mittlerweile verstorbene Mitstreiter Hermann Scheer.

    Der Plan sah vor, Atom- und Kohlekraftwerke abzuschalten, und zur Kompensation …

    • grossflächig über 280 Wind-Schredder zu pflanzen (z.B. Alleen entlang der Autobahnen und ICE-Strecken),
    • das Land flächendeckend mit Solarmodulen zu zu pflastern („In jedem Landkreis […] 30 Solarparks“),
    • geothermische Kraftwerke am Rhein (Gruss an Staufen im schönen Markgräflerland!)
    • und Wasserkraftwerke (3 pro Landkreis + zusätzliche Speicherkraftwerke) zu bauen.

    Wobei bei letzterem auf Details verzichtet wurde, welche Odenwald- und Vogelsbergtäler dafür geflutet werden sollten. Bestandteil war auch eine Energie-Bilanzrechnung, die zu dem Schluss kam, dass „der Ausbau der Erneuerbaren Stromerzeugung allein genügen wird“. Vielleicht sollte man diese Kalkulation mal der Bundesnetzagentur zeigen … die rechnen wohl irgendwie falsch.

    Das wirre Konzept ist noch verfügbar unter http://www.spd-hessen.de/db/docs/doc_12866_2007129131225.pdf

    Verfasst von Pierre Cambronne | 11. Mai 2012, 09:50

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