Ökologistisch-korrekte Massenvernichtung von Lebensmitteln?

Ökodiktators KolumneLiebe Mitstreiter, vor kurzem hat es doch tatsächlich jemand geschafft, mich kurz aber ernsthaft aus meiner dialektischen Bahn zu werfen. Diese Erfahrung möchte ich gerne mit Euch teilen, damit Ihr auf Ähnliches vorbereitet seid.

Es ging um das Thema Ernährung … oder eigentlich Kindererziehung … naja tatsächlich wohl um beides. Und ich regte mich mit der mir eigenen Art heftig darüber auf, dass Unmengen industriell-produzierter Lebensmittel täglich verschwenderisch weggeworfen werden. Während anderswo auf der Welt Menschen hungern. Und was jeder bei sich dafür tun kann. Und so weiter und so fort … Ihr wisst schon, von welcher Agitationsschiene ich rede.

Gerade als ich darüber predigte, wie wichtig es sei, den lieben Kleinen frühzeitig klar zu machen, dass es ein Vergehen ist, Lebensmittel wegzuwerfen, … kam ein für mich unerwarteter Einwurf meines Gegenübers. Er hätte mitbekommen, dass 2009 mehrere Ladungen konventioneller Leinsamen aus Kanada, die lediglich geringe Spuren der gentechnisch veränderten Sorte enthielten, komplett entsorgt werden mussten. 25 Tonnen Leinsamen in bester Lebensmittelqualität wurden in der Schweiz vernichtet. Viele weitere Tonnen in Deutschland, dort damals mit einem Gesamtschaden von 50-60 Millionen Euro. Und dass es für seine kleine Tochter – genauso wie für ihn selber – sehr schwierig wäre, zu verstehen, warum die abgekaute Brotrinde nicht verschwendet werden darf, aber gleichzeitig Lebensmittel-Berge mal eben so vebrannt werden?

Ob man mit diesen unglaublichen Mengen an Leinsamen denn nicht auch den Hungernden hätte helfen können?

Ich muss zugeben, dass mich dieser unerwartete Einwand kurzfristig ins Stocken brachte (bzw. meinen Redefluss). Und es war im Nachgang ausserordentlich schwierig, meinem Gesprächspartner beizubringen, dass man da schon unterschiedliche Messlatten anlegen müsse. Und dass es ein Grundrecht auch von Hungernden sei, gentechnikfrei sterben zu dürfen.

Ich muss allerdings zugegeben, dass mich diese Geschichte immer noch beschäftigt. Bin selber noch irritiert. Vielleicht könnt Ihr mir helfen, und es fällt Euch eine bessere Rechtfertigung ein … denkt dran, muss nicht unbedingt plausibel sein … Hauptsache „Null-Toleranz“ …

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