Sind Wasserkraftwerke tickende Zeitbomben?

Achtung_Satire_noDenkt man an saubere – d.h. nach gängigem Verständnis ökologisch-korrekte – Energie, denkt man an Windkraft und Wasserkraft.

Gut, das mit der Windkraft tut noch nicht so, wie versprochen. Aber immerhin sind Wasserkraftwerke ein anerkanntes Mittel der Wahl zur sauberen und umweltschonenden Energieerzeugung. Oder?

In einer aktuellen Doku des TV-Senders Arte wird überraschend eindringlich auf mögliche negativen Folgen des massiven Einsatzes und Ausbaus von Staudämmen und Wasserkraftwerken weltweit hingewiesen. Was ist da los?

Ein kurzer Perspektivenwechsel. Küsten und Strände. Das Meer frisst sich langsam aber unaufhaltsam in das Land hinein bzw. droht in den kommenden Jahrzehnten enorme küstennahe Flächen und Inseln zu überspülen. Auch in Deutschland kann man das bereits beobachten, so beispielsweise auf der beliebten Urlaubsinsel Sylt, wo Jahr für Jahr Millionen von Kubikmetern vom Meer abgetragener Sand wieder vorgespült werden, um ein Zerfallen der Insel zu verhindern.  Weltweit leben 23% der Weltbevölkerung in den Küstenzonen. Bis zu 15 Millionen Menschen werden langfristig umsiedeln müssen. Es werden ökonomische Schäden in der Größenordnung mehrfacher Billionen Euro (Billion = 1.000*Milliarde) vorausberechnet.

Die Ursachen? Klar: Klimawandel, Erderwärmung, Anstieg des Meerespiegels. Weiss man doch!

Zurück zum oben erwähnten Beitrag, der nun zeigt, dass es ganz so einfach womöglich doch nicht ist. Selbstverständlich steigt der Meeresspiegel durch Gletscher- und Polareisschmelze. Allerdings setzt sich mittlerweile die Erkenntnis durch, dass dies wohl nur ein Teil des Problems ist. Faktisch wird der Landfraß der Meere zunehmend durch das Fehlen von Sand im Gesamtkreislauf verstärkt. Den Küsten fehlt mehr und mehr Sand, der nicht mehr aus den natürlichen Quellen nachgeführt wird. Siehe Beispiel Sylt.

Doch was sind eigentlich die natürliche Quelle von Sand? Wo kommt der her? Sand entsteht in den Gebirgen der Landmassen und wird über Flüsse ins Meer getragen. Dabei ist ein Sandkorn tausende von Jahren unterwegs.

Und hier kommen jetzt die Wasserkraftwerke ins Spiel. Diese verhindern – z.B. durch Staubecken – zwangsläufig das Einwandern des Sandes in das Meer. Der natürliche Kreislauf ist unterbrochen. Jetzt mag man zweifeln, ob ein Wasserkraftwerk wirklich so viel Sand zurück hält, dass es sich auf die weltweiten Sandmassen der Küsten auswirken würde. Nein, eines sicher nicht. Aber weltweit gibt es tausende von Anlagen, so dass in der Summe ein mittlerweile katastrophaler Effekt auftritt. Alleine im energiehungrigen China hat es über 46.000 Wasserkraftwerke und über 86.000 Stauseen. Schätzungen gehen von weltweit 47.000  großen und 800.000 kleineren Staudämme aus.

Fazit: Wasserkraft ist als angeblich „saubere“ Energiequelle entmystifiziert. Nach aktuellem Stand ist der weltweite massenhafte Einsatz von Wasserkraft ist konkret umweltgefährdend, und er wird globale Katastrophen sowie Völkerwanderungen in küstennahen Gebieten dramatisch verstärken und beschleunigen.

Das mag politisch nicht opportun sein, aber es zu ignorieren wäre fatal.

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