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Dioxin-Skandal bei Bioeiern

Ökodiktators KolumneNeulich erst saß ich mit Bekannten bei einem lauschigen Glas Rotwein zusammen. Toskanischer natürlich, vom Bio-Winzer, ganz standesgemäß.

Dabei rutschte mir die Bemerkung heraus, dass man wohl nicht ausschliessen könne eines Tages auch einmal Dioxin in Bioprodukten zu finden. Es folgte ein Aufschrei der Anwesenden. Welch‘ faux-pas! Unentschuldbar, ich weiss! Schuld muss der Alkohol gewesen sein.

Die anwesende Runde Gleichgesinnter reagierte berechtigterweise empört. Das könne man sich überhaupt gar nicht vorstellen. Schliesslich wären Bioproduzenten grundsätzlich verantwortungsbewusster, aufmerksamer und ethisch integrer als die restliche Nahrungsmittelindustrie. Und überhaupt wären die Bioprodukte viel stärker reglementiert und kontrolliert. Das könne man sowas absolut ausschliessen.

4 Wochen später. In den Bio-Eiern von  gleich drei verschiedenen deutschen Biohöfen wurde Dioxin gefunden. Gemäß Aussage des zuständigen NRW-Verbraucherschutzministeriums wurde bisher (Stand 10. April 2012) noch nicht einmal ein „kausaler Zusammenhang“ zwischen den drei Fällen ermittelt. So gab es unterschiedliche Lieferanten, z.B. für Futter. Das verwendete Futter wurde bei allen dreien untersucht, und es konnte keine Dioxinbelastung festgestellt werden. Es ist bis dato unklar, wie das Gift in die Eier kam.

Ich muss zugeben, wäre das bei Nicht-Bio-Eierproduzenten passiert, wäre ein Aufschrei durch die deutsche ökologisch-korrekte Agrarlobby gegangen. Diese Chance wäre genutzt worden, um mit einer gewaltigen Kampagne gegen die konventionelle Landwirtschaft zu agitieren. Da wäre keine Legebatterie trocken geblieben.  Ein Fest für unsere Ökolobby.

Doch so gibt es für Greenpeace, Foodwatch und Co. leider kein Forum. Wo ist denn die sonst übliche Medienpräsenz unserer Biolobbyisten bei Nahrungsmittelskandalen? „Ja, wo laufen se denn???“ Ach so! … Für die gibt es auch nur ökologisch-korrekte Freilaufhaltung?! … Wenn’s passt eben … Salute!

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